Am 2. Dezember (So) geht es für die VSG Altglienicke pünktlich zum 1. Advent in das erste Spiel der Rückrunde. Hier einige Informationen vorab zum Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Erfurt.

Zum 18. Spieltag der Regionalliga Nordost fährt unsere VSG Altglienicke am Sonntag, den 2. Dezember 2018, zum FC Rot-Weiß Erfurt. Das Spiel beginnt um 13.30 Uhr im Steigerwaldstadion (Arnstädter Str. 55, 99084 Erfurt).
Einige Zeit stand das Spiel auf der Kippe. Den Erfurtern drohte angesichts ihren laufenden Insolvenzverfahrens das Geld für die weitere Aufrechterhaltung des Spielbetriebs auszugehen. In letzter Minute kam der erforderliche Betrag zusammen, um erst einmal bis Ende Dezember weitermachen zu können. Bis dahin will man weitere Sponsoren finden.

Rot-Weiß Erfurt hatte mit dieser Saison ohnehin einen schweren Gang vollzogen, denn erstmals fand sich der traditionsreiche Klub aus der Landeshauptstadt Thüringens in der Viertklassigkeit wieder. In der 3. Liga war man vor zehn Jahren Gründungsmitglied. Es gab deutlich bessere Zeiten, so spielte man 2004/05 noch mal ein Jahr 2. Bundesliga, doch das war wie in der Saison 1991/92 nicht von Dauer. Auch in der ersten gesamtdeutschen 2. Liga war Rot-Weiß Erfurt Gründungsmitglied, nachdem die letzte Saison im Oberhaus des DDR-Fußballs zu den erfolgreichsten gehörte. Bei dem damaligen Platz 3 in der am 3. Oktober 1990 von der DDR- zur NOFV-Oberliga mutierten Spielklasse trennte nur ein Punkt von Dynamo Dresden davor. Ein Sieg mehr zum Abschluss der Saison 1990/91 und die Erfurter wären mit der Wiedervereinigung des Fußballs in die 1. Bundesliga aufgerückt. Leider reichte es aber auch nicht die Chance der 2. Bundesliga erfolgreich zu nutzen. Angestrebte Wiederaufstiege wurden öfter verfehlt. Bis auf den dann überraschenden Aufstieg 2004 für eine Saison wurden die Erfurter festes Inventar in der Drittklassigkeit.

Die ganz großen Erfolge liegen hingegen weiter zurück. Der Verein mit Wurzeln in dem 1895 gegründeten SC Erfurt war 1954 und 1955 zweimal DDR-Meister. Damals noch unter dem Namen Turbine Erfurt. Seit Januar 1966 firmiert man durch Ausgründung der Fußballabteilung als eigenständigen Verein unter FC Rot-Weiß Erfurt. Bis auf eine kurzzeitige Phase in den 60er und 70er Jahren als Fahrstuhlmannschaft mit einigen Intermezzi in der DDR-Liga waren die Erfurter recht durchgehend seit den Anfängen 1949 in der DDR-Oberliga zuhause. Meist mit Mittelfeldplätzen.

Trotz des eigentlich fehlenden Geldes hat Rot-Weiß Erfurt für die laufende Saison sehr viel in neue leistungsstarke Spieler investiert. Möglichst bald soll es ja auch wieder eine Liga hoch gehen, wenn es gelingt, das nötige Geld für den Spielbetrieb aufzubringen und man erfolgreich das Insolvenzverfahren durchlaufen hat. In der aktuellen Tabelle nehmen die Erfurter eine Lauerstellung auf Platz 4 ein, zwei Punkte hinter dem Zweiten Berliner AK 07, aber ganze 12 Punkte vom Spitzenreiter Chemnitzer FC entfernt.

Rot-Weiß Erfurt bringt eine zuletzt eindrucksvolle Bilanz mit. Letztmals wurde am 24. August 2018 ein Spiel verloren – 0:1 beim Berliner AK 07. Davor gab es ein 0:3 gegen den Chemnitzer FC. Das waren auch die einzigen Saisonniederlagen. Zuletzt gewann man beim BFC Dynamo 3:0. Davor gab es ein 3:1 gegen den SV Babelsberg 03, ein 2:2 bei Union Fürstenwalde, ein 3:0 gegen den Bischofswerdaer FV und ein 1:0 beim FC Viktoria 89 Berlin. Nur im Landespokal gab es eine Pleite, als man vor einigen Wochen im Achtelfinale Wacker Nordhausen mit 4:5 nach Elfmeterschießen unterlag.

Spiele gegen Rot-Weiß Erfurt hat unsere VSG nur das eine aus der Hinrunde zum Saisonauftakt zu bieten. Dieses ging 0:3 verloren.

Spielstätte der Erfurter ist das in der Löbervorstadt im Süden der Stadt gelegene Steigerwaldstadion, welches 1931 unter dem Namen „Mitteldeutsche Kampfbahn“ eingeweiht wurde. Von 1948 bis 1991 firmierte es als Georgij-Dimitroff-Stadion und fasste über 47.000 Zuschauer. 1991 bekam es nach einer Umfrage unter Erfurtern den Namen nach dem nahen Mittelgebirge. In den Jahren 2015 und 2016 wurde die Anlage für 43 Millionen Euro in eine Multifunktionsarena umgebaut. Dabei wurde unter Protesten vieler Erfurter auch der letzte historische Rest aus der Anfangszeit 1931, das in Naturstein gehaltene Marathonthor, abgerissen. Heute finden 18.600 Zuschauer im Steigerwaldstadion Platz.

Anhänger der VSG Altglienicke sollen sich im Gästeblock H einfinden, Dessen Öffnung erfolgt um 12.30 Uhr. Am Spieltag ist eine Tageskasse geöffnet. Diese befindet sich in der Stadionallee und öffnet ebenso um 12.30 Uhr.

Es wird gebeten keine großen Taschen oder Rucksäcke mitzuführen. Die Taschenabgabe bleibt geschlossen. Die maximal gestattet Taschengröße ist 25 x 25 x 25 cm.

Tickets gibt es ab 9,50 Euro für Vollzahler und 8,50 Euro ermäßigt.

Joachim Schmidt