Die VSG zeigte bei Rot-Weiß Erfurt eine gute erste Hälfte und ging durch Skoda in Führung, kassierte aber kurz vor der Pause noch den Ausgleich. Am Ende stand nach einem Aufbäumen der Erfurter eine böse 1:7-Niederlage.

Die 3878 Zuschauer sahen im Erfurter Steigerwaldstadion zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten. Am Anfang sah man beide Teams recht offensiv dabei, sich nach vorne Chancen zu erspielen. Bereits in der 2. Minute hatte Christian Preiß eine für die VSG, doch sein Fernschuss verfehlte knapp das Tor. Kurz darauf probierte sich bei den Erfurtern Rico Gladrow, dem es auf der Distanz aber nicht besser ging. Nachfolgend setzten die mutig herangehenden Altglienicker die Erfurter Defensive immer stärker unter Druck und erspielten sich ein Übergewicht. In der 21. Minute gab es eine große Chance für die VSG durch Björn Brunnemann in Führung zu gehen, doch sein Kopfball ging minimal am Tor vorbei. Acht Minuten später wurde der engagierte Einsatz belohnt. RWE-Keeper Lukas Cichos wollte einen Rückpass aus dem Strafraum herausschlagen, schoss dabei aber den sich dazwischen werfenden Christian Skoda an. Von dessen Fuß nahm der Ball dann den Weg ins Tor und bescherte der VSG die 0:1-Führung. Die Erfurter wirkten schockiert. Sollte es beim seit vier Monaten ungeschlagenen Tabellendritten eine Überraschung geben? Die VSG setzte ihr munteres Offensivspiel fort und ließ die Gastgeber oft alt aussehen. In der 37. Minute ergab sich eine weitere gute Möglichkeit durch einen Freistoß, doch der Ball blieb in der Erfurter Mauer hängen. Den Hausherren gelang wenig nach vorne. Das änderte sich ab der 44. Minute, als die Thüringer einen Freistoß aus 25 Metern zugesprochen bekamen. Francis Adomah sprang in den Ball, aber Dan Twardzik parierte vor dem Altglienicker Tor. Und dann kam in der Nachspielzeit doch noch der Ausgleich für die Hausherren. Nach einer Ecke von Gladrow stieg Andis Shala am höchsten auf und köpfte zum 1:1 ein. Halbzeit.

Die Erfurter  zeigten von Beginn an in der zweiten Hälfte den Willen mehr aus diesem Spiel herauszuholen und rissen durch stetes Offensivspiel das Heft an sich. In der 48. und 49. Minute verfehlte Velimir Jovanovic jeweils noch knapp das Tor, bis es in der 51. Minute wirklich passierte, mit einem dem Ausgleich ähnelnden Tor. Gladrow bereitete über die linke Außenbahn vor, flankte zum im Zentrum lauernden Andis Shala, der den Ball aus fünf Metern nur noch mit dem Kopf über die Linie drücken musste zur 2:1-Führung. Damit war die Partie gedreht, doch das reichte den Erfurtern nicht. Man spielte die VSG am Ende regelrecht an die Wand. In der 63. Minute noch einmal eine Chance für die Altglienicker. Ex-Erfurter Tugay Uzan zog einen kräftigen Schuss aus 20 Metern auf den Erfurter Kasten ab, bei dem sich Keeper Cichos ordentlich strecken musste. In der 70. Minute begann der FC Rot-Weiß dann seine Führung auszubauen, als nach einem langen Ball sich Velimir Jovanovic durchsetzte und das 3:1 erzielte. Drei Minuten später stieg nach einer Ecke von Gladrow Petar Lela auf und erköpfte das vorentscheidende 4:1. In der 77. Minute zog Andis Shala einfach mal aus 30 Metern Distanz ab und traf dabei genau in den Winkel zum 5:1. Sechs Minuten später ist Shala auch mit seinem vierten Treffer zum 6:1 zur Stelle, als er nach einer Flanke von Gladrow den Ball über die Linie setzte. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Morten Rüdiger, der in der 90. Minute mit einer verkappten Flanke das 7:1 besorgte. Schiedsrichter Bärmann pfiff gar nicht mehr erst an. Was so hoffnungsvoll für Altglienicke begann, endete letztlich dann nach einer deutlichen Leistungssteigerung der Erfurter im zweiten Durchgang in einer bitteren Klatsche. Die Erfurter blieben hingegen im 13. Spiel ungeschlagen.

VSG-Trainer Andreas Zimmermann: „Erste Halbzeit war ein ausgeglichenes Spiel. Im zweiten Abschnitt war gefühlt jeder Torabschluss der Hausherren drin und bei uns waren ganz einfach zu viele technische Fehler im Spiel. Das bestraft RWE natürlich direkt.“

Aufstellung: Twardzik – Brehmer, Steinhauer, Czyborra, Pütt (71. Donner) – Brunnemann, Skoda, Förster (57. Müller) – Preiss, Uzan (80. Marx), Quiring

Tore: 0:1 Skoda (29.), 1:1 Shala (45.), 2:1 Shala (51.), 3:1 Jovanovic (70.), 4:1 Lela (73.), 5:1 Shala (77.), 6:1 Shala (83.), 7:1 Rüdiger (90.)

Gelbe Karte: Steinhauer

Joachim Schmidt